Pokémon Shuffle Mobile – Candy Crush mit Taschenmonstern

22. Januar 2016 um 19:28 Uhr

Seit wenigen Tagen kann man Pokémon Shuffle Mobile auch endlich in Deutschland herunterladen und spielen, aber was verbirgt sich hinter dem großen Namen und wie viel Spaß macht das Match-3-Spiel mit den kleinen Monstern?

Eins vorweg: Wie der Name schon sagt, steckt hinter Pokémon Shuffle kein Pokémon-Spiel im herkömmlichen Sinne, aber immerhin kann man 150 Pokémon sammeln. Die Macher (“The Pokémon Company” – Teilunternehmen von Nintendo) bewiesen schon bei anderen Pokémon-Spielen, dass sie neben dem gewohnten Spielprinzip auch andere Spielmodi mit dem Pokémon-Universum verknüpfen können. Als Beispiele wären hier Pokémon Mystery Dungeon, PokéPark oder Pokémon Snap zu nennen, die allesamt zahlreiche Käufer glücklich machten.

Mögliche Spielzüge werden bei längerer Inaktivität automatisch angezeigt.

Mögliche Spielzüge werden bei längerer Inaktivität automatisch angezeigt.

Zu Beginn von Pokémon Shuffle Mobile muss man sich durch gewohnt langwierige Dialoge klicken, wobei diese nicht von einem Professor, wie in normalen Pokémon-Spielen mit dem Spieler durchgeführt werden, sondern eine Reporterin erklärt das allgemeine Spielprinzip, will aber auch für einen Artikel neue Dinge erfahren. Es liegt nun am Spieler, die ersten Matches zu bestreiten und der Reporterin damit Informationen zu beschaffen, aber auch die ersten Pokémon einzufangen. Das Einfangen verläuft in bekannter Manier: Man wirft einen Pokéball und dieser wackelt dreimal hin und her, bis er schlussendlich liegen bleibt oder sich das Pokémon doch befreit. Bis man den Ball aber werfen kann, muss man das gegnerische Pokémon zunächst einmal schwächen. Dazu muss man horizontal oder vertikal mindestens drei Pokémon aufreihen und mit jeder Aufreihung fügt man dem Gegner Schaden zu. Dabei erinnert das Puzzlespiel stark an Candy Crush oder so ziemlich jedes Match-3-Spiel, wobei für mich ungewöhnlich war, dass man auch Pokémon austauschen kann, die nicht direkt nebeneinander liegen.
Man könnte meinen, dass diese fehlende Einschränkung das Spiel viel zu einfach macht, aber ohne diese Möglichkeit wären Kombinationen (sogenannte Serien) aus mehreren Matchs hintereinander nicht möglich, welche man aber für das Besiegen von stärkeren Gegnern dringend benötigt. Allgemein hat das Spiel einen durchaus fordernden Schwierigkeitsgrad, wobei man trotzdem noch bedenken muss, dass die Zielgruppe Kinder sein dürften, aber auch Erwachsene, die nostalgische Momente erleben wollen, werden sich dieses Spiel sicherlich herunterladen. Für diese dürfte das Spiel innerhalb von weniger Stunden durchgespielt sein, wenn es da nicht einen großen Haken gäbe:

In-App-Käufe.

Ingame Kauf bei Pokemon Shuffle MobileDie Zielgruppe ist bekannt, aber wie viel kostet denn nun dieses Puzzlespiel der Pokémon Company? Sowohl Android, – als auch iOS-Nutzer können sich das Spiel zwar gratis herunterladen, aber durch In-App-Käufe (0,99€ bis 79,99€) kann auch dieser vermeintlich kostenlose Spaß schnell ins Geld gehen. Pro Spielrunde verliert man ein Herz, wobei die Maximalanzahl fünf Herzen sind und erst nach 30 Minuten regeneriert sich ein Herz. Wer nicht so lange warten möchte, kann Herzen, wie auch noch andere Items, käuflich erwerben. Für geduldige oder sparsame Spieler stellt das sicherlich kein Problem dar, aber wenn man fünfmal hintereinander ein Pokémon zwar besiegt hat, aber es jeweils nach dem dritten Wackeln trotzdem aus dem Pokéball springt, kann das Warten zur Zerreißprobe werden.
Insgesamt ist Pokémon Shuffle Mobile ein gelungenes Spiel und konnte nicht nur auf dem Nintendo 3DS überzeugen, aber durch Ingame-Käufe und nervige Dialogfenster wird der Spielspaß geschmälert. Wer die nötige Geduld aber mitbringt, hat mit diesem Puzzlespiel einen netten Zeitvertreib und noch den einen oder anderen nostalgischen Moment.

Preis: Kostenlos
Verfügbar für: iOS und Android (ab 4.1)
Altersfreigabe: USK ab 0 Jahre

Pokémon Shuffle Mobile ist eine gelungene Adaption der 3DS-Vorlage und bietet für Einsteiger einen guten Guide. Pokémon-Liebhaber werden mit Freude versuchen alle 150 Taschenmonster zu fangen und sich an der guten Implementierung der Elementar-Typen erfreuen, aber wer ohnehin kein Pokémon-Fan ist, sollte lieber zu anderen Puzzlespielen greifen.