Cities: Skylines – Das bessere SimCity?

10. März 2015 um 9:10 Uhr

Mit “Cities: Skylines” erschient heute die lang erwartete Stadtsimulation, die nach der Katastrophe mit SimCity 4 und der Enttäuschung über Cities XXL viele Fans davon überzeugen muss, dass Aufbausimulationen auch noch Spaß machen können.

Auf dem Entwicklerstudio Colossal Order lastet eine Menge Druck: Die potentiellen Käufer sind nach den herben Enttäuschungen im Genre der Stadtbausimulation hungrig auf neues Futter für ihre Kreativität, aber keinesfalls ohne Ansprüche. Nachdem SimCity 4 zwar sehr gut aussah, aber durch den Online-Zwang und die eingeschränkte Kartengröße nicht überzeugen konnte, machte es Cities XXL auch nicht wesentlich besser.

Grafik
Zugegeben: Cities:Skylines ist kein SimCity 4, aber die Grafik kann sich durchaus sehen lassen. Wenn man durch die Straßen seiner Stadt fliegt, wirkt es wie im Spielzeugladen. Alles ist detailreich dargestellt und es gibt weder Frameeinbrüche, noch aufpoppende Texturen. Die Entwickler haben wohl überhaupt nicht versucht eine ultra realistisch Stadt zu gestalten, sondern das, was man sieht, sieht zwar nicht wie die Realität aus, dafür aber sehr ansprechend. Auf den Straßen sind viele verschiedene Fahrzeuge unterwegs und die Gebäude sind alle unterschiedlich gestaltet, weswegen man Freude hat, seiner Stadt beim Wachsen zuzusehen.

Steuerung, Sound & Gameplay
Eins direkt zu Beginn: Die Karte sieht zwar zum Start sehr nach SimCity aus und ist auch relativ klein, aber im Laufe des Spiels schaltet man umliegende Gebiete frei und selbst Anfänger haben nach einigen Stunden Spielzeit schon eine riesige Fläche zum Bebauen zur Verfügung.
Die Steuerung ist genretypisch simpel und wer auch nur einmal in seinem Leben einen SimCity-Teil gespielt hat, wird sich bei Cities Skylines sofort zurecht finden. Man baut und errichtet intuitiv und da man erst im Laufe des Spiels neue Straßen, Gebäude und Versorgungsanlagen freischaltet, wird man nicht direkt mit der Fülle an Möglichkeiten überfordert. Für fortgeschrittene Spieler sind die ersten Spielstunden deswegen aber auch ermüdend. Erst eine normale kleine Straße bauen, damit man irgendwann die Allee freischaltet. Erst Windkraftwerke, damit man später auch die Sonne als Energiequelle nutzen kann, aber so ist das leider in den meisten Stadtbausimulationen.
Cities SyklinesZu Beginn zieht man Straßen und legt an dessen Seiten fest, ob Wohn – oder Gewerbegebäude entstehen sollen. Später kann man noch Gebiete für die Industrie schaffen, die aber auch zwingend an einer Straße liegen müssen. Parks oder andere in der Freizeit genutzte Anlagen, benötigen auch die Anbindung an eine Straße, was schnell dazu führt, dass man nur noch quadratisch baut. Das Spiel selbst hält aber auch Kreisverkehre, Brücken und andere gestalterische Elemente bereit.
Nicht nur die Bauelemente schaltet man nach und nach frei, sondern auch die Bedürfnisse steigern sich. Muss man anfangs nur auf eine ausreichende Anzahl von Gewerbeflächen achten, wollen die Bewohner später ihre Gesundheit erhalten oder benötigen Feuerwehren und Schulen. Die schrittweise Freischaltung macht es Anfängern zwar leichter, aber Genrekenner könnten sich schlicht und ergreifend langweilen. Man sieht sich nie in der Gefahr, dass man für ein Bedürfnis keine Zeit mehr hat und auch die finanzielle Strukturierung ist zwar gut ausbalanciert, aber nicht wirklich fordernd.

Soundtechnisch macht Cities Skylines den fehlenden Realismus der Grafik wett: Wenn im Spiel der Wind um die Häuser saust oder die Autos aufgrund von Staus hupen, richtet man schon seinen Blick zum Fenster und schaut, was da draußen los ist. Zudem bietet das Spiel eine nette musikalische Begleitung, die in stilleren Momenten keine Stille aufkommen lässt.

Eine besonders nette Idee hatten die Entwickler bei der Einbindung von Mitteilungen der Bevölkerung an den Bürgermeister: Via Kurznachricht, die doch sehr starke Ähnlichkeit mit Twitter hat, erhält man Einblick in die Wünsche und Kritik der Bewohner. Twittertypisch ist dabei als Symbol sogar ein Vogel genutzt wurden und auch Hashtags finden Verwendung.

Fazit
Cities Skylines ist seit heute für rund 28 Euro verfügbar und jeden Cent wert. Wer einfach nur seine eigene Stadt aufbauen will und keine Highend-Grafik benötigt, wird mit dieser Stadtbausimulation seine Freude haben. Einige Features, die man aus Sim City kennt. wie zum Beispiel dass beim Einzug Umzugswagen vorfahren, sind zwar nicht enthalten, aber dafür läuft das Spiel sehr flüssig. Colossal Order haben mit Cities Skylines das Genre zwar nicht revolutioniert, aber aufbauend auf Genregrößen die Wünsche der Spieler umgesetzt und die Fehler, die andere Spiele haben, haben sie nicht gemacht.