P.T. (Playable Teaser zu Silent Hills)

21. August 2014 um 14:54 Uhr

Du wachst auf. Du bist allein in einem Raum. Er wirkt stickig und feucht, obwohl du durch das wenige Licht kaum etwas visuell wahrnehmen kannst. Vor dir laufen zwei sich offenbar fortpflanzende Kakerlaken. Noch bevor du aufstehst, öffnet sich die Tür vor dir einen Spalt. Die Tür knarzt dabei und dir läuft ein kalter Schauer über den Rücken. Niemand kommt herein, aber du kommst aus deinem scheinbaren Verlies heraus, doch willst du wirklich heraus? Daraus? In dem von einem kleinen Licht über der Tür erleuchteten Raum gibt es nichts außer dir, den Kakerlaken und einem Tisch, der in die Dunkelheit eindringt, doch dorthin kannst du nicht laufen. Du kannst nur durch die Tür, die scheinbar einladend nun für dich offen steht. Wagst du es? Traust du dich in die andere Realität von P.T.?

Hideo Kojima, der unter anderen für die Metal Gear Solid Reihe verantwortlich ist, hat mit dem spielbaren Teaser zu Silent Hills für viele das Meisterwerk an Horror diesen Jahres geliefert. Die Anfangssequenz reißt den Spieler in eine verworrene Welt aus Morden, die man nicht sieht, Rätseln, welche die Aufmerksamkeit rauben und einen damit nur noch umso grausamer in Jump Scares laufen lassen und einer soundtechnisch perfekt umgesetzten stilistisch zaghaft designten Geschichte. Die Frage, die man sich als Spieler dabei immer stellt, wird schon vor der eigentlichen Demo aufgeworfen:

Passen Sie auf. Der Spalt unter der Tür …
das ist eine andere Realität.

Was ist echt? Im Spielverlauf öffnet man diverse Türen, die immer gleich aussehen, aber wohin führen sie wirklich? Ich möchte keine storyrelevanten Details verraten, aber eins sollte man nie vergessen: Hinter jeder Tür könnte das Grauen auf einen warten.

Story

Über die eigentliche Geschichte ist wenig bekannt. Im Spielverlauf wird zwar einiges erzählt und man erfährt zum Beispiel durch Radioberichte von Morden, doch die eigene Rolle in diesen Tragödien wird nicht aufgedeckt. Man erfährt nur später, dass man ein Mann ist und man kann Vermutungen anstellen, aber ob es die für Silent Hill typische Geschichte von verdrängten Erinnerungen und Schuldgefühlen ist, lässt sich nicht zweifelsohne feststellen.

Die Rätsel sind hingegen relativ typisch. Die Meisten von ihnen sind mit der eigentlichen Handlung verknüpft und lassen sich schnell erkennen. Im Zweifelsfall sollte man nach den Kakerlaken Ausschau halten, aber einige Aktionen beziehungsweise Interaktionen sind scheinbar willkürlich platziert und man benötigt einen Guide um diese zu entdecken. Der Zufallsaspekt soll bei einigen Durchläufen, wie es andere Spieler berichten, aber auch entscheidend sein, weswegen es schon zu genügend Frustmomenten gekommen ist.

Insgesamt ist die Story aber mitreißend und vor allem passend zum Spielerlebnis. Wenn man schon wenig sieht und nur vereinzelt auditiv etwas wahrnimmt, kann die Geschichte nicht in endlosen Mono – oder Dialogen erzählt werden.

Grafik

Die Grafik ist, und man sollte immer bedenken, dass es sich um einen unabhängig vom eigentlichen Spiel stattfindenden Teaser handelt, hervorragend. Mit wenigen Mitteln wird eine sehr dichte und unangenehme Atmospähre geschaffen. An den Fenstern rinnen Wassertropfen hinab und ein verschmutzter Spiegel versteckt vor den Augen die Wirklichkeit. Viele sprechen von fotorealistisch, aber so weit möchte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht gehen. Die Lichtstimmung lässt viele Details besser wirken, als sie am Ende womöglich sind, aber es ist in sich stimmig und dem Auge wird einiges geboten. Für eine sehr frühe Version wird hier einiges geboten und das eigentliche Spiel dürfte, wenn man der Endsequenz Glauben schenken darf, unglaublich detailreich und realistisch aussehen.

Fazit

Ich finde, dass nichts P.T. besser, als „Back to the roots“, beschreibt. Der Teaser verspricht Rätsel, Schreckmomente und gutes Storytelling und darüber hinaus eine ansprechende und zeitgemäße Grafik. Wenn die Rätsel im Spiel selbst dann nicht random auftreten und zum Spielerlebnis beitragen, dürften alle Fans des Horrors glücklich sein.

Ob das in P.T. verwendete Mittel der scheinbar verschiedenen Realitäten auch in Silent Hills verwendet wird, lässt sich zwar derzeit nicht sagen, aber es ist zumindest merkwürdig, dass der neueste Teil der Horrorreihe „Silent Hills“ und nicht „Silent Hill“ heißt. Das angehängte „S“ könnte eine abgewandelte „8“ sein, welche nicht nur für den achten Teil der Reihe stehen, sondern auch das Unendlichkeitszeichen darstellen könnte.

Trotz so vieler Fragen gibt es aber auch einige Fakten, die bereits bekannt sind. Der achte Ableger wird nicht, wie bisher angenommen, nur für die Playstation 4 erscheinen. In einer offiziellen Email von Sony wurde der Titel tauchte der Titel zumindest nicht in der Liste mit den Exklusivtiteln auf. Xbox One Besitzer und Computerspieler können also höchstwahrscheinlich auch Vorfreude auf aufgestellte Nackenhaare haben. Für weitere Vorfreude dürfte die Tatsache sorgen, dass der aus „The Walking Dead“ bekannte Schauspieler Norman Reedus nicht nur seine Stimme, sondern sein komplettes Aussehen den Hauptprotagonisten des neusten Silent Hills Teils leiht.

Das fertige Spiel soll 2016 erscheinen und dürfte dann eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Der spielbare Teaser erhielt aufgrund seiner recht herben Story und Schreckmomente auch keine Jugendfreigabe und richtet sich gezielt an erwachsene Spieler.

Vorhänge runter, Kopfhörer rein und hinein in andere Realitäten…