PlayStation 4

17. April 2014 um 12:00 Uhr

Nach sieben Jahren und über 80 Millionen verkauften Einheiten bekam die PlayStation 3 mit der PlayStation 4 letzten November ihren Nachfolger. Nach anhaltenden Lieferschwierigkeiten soll es in den nächsten Monaten endlich eine Normalversorgung aller Verkaufsstellen geben und deswegen möchte ich euch mit diesem Testbericht die Entscheidung für oder gegen die PS4 erleichtern.

Bedenkenlose KaufempfehlungDer Konsolenkrieg bekam letzten Herbst neues Futter und Jünger beider verfeindeter Lager lieferten sich eine nicht immer nachvollziehbare Schlacht. Für viele ist die Sonykonsole allein durch ihre Knappheit die Gewinnerin, wobei wohl auch einfach eine gewollte Knappheit seitens Sony diese Begehrlichkeit ausgelöst haben könnte. Ob mehr hinter dem Hype der PlayStation 4 steckt, als nur die Gier nach dem, was man nicht so leicht haben kann oder des bloßen “Sony steht drauf – Ich muss es haben”, möchte ich euch mit diesem Test zeigen.

Aussehen
Zugegeben: Über Geschmack lässt sich streiten und so ist es auch nicht verwunderlich, dass einige die Konsole wunderschön und andere grottenhässlich finden. Ich persönlich finde sie angemessen. In meinen Augen muss eine Konsole nicht unbedingt super aussehen, sondern einfach Spaß bringen. Natürlich sind riesige Kästen im Wohnzimmer unschön, aber zumindest ist die neue PlayStation kompakter als die erste Version der PS3. Die genauen Maße belaufen sich auf 10,7 x 47,7 x 33,5 cm und passt damit wohl in jeden Schrank. Die waagerechte Vertiefung, die auch als Statusanzeige fungiert, ist ansprechend integriert und die schräge Front durchbricht die Kastenform. Das matte Schwarz wirkt edel und ist nicht so ein Staubfänger, wie zum Beispiel die Klavierlackoptik der ersten PS3.

Verbaute Hardware

Die PlayStation 4 arbeitet mit insgesamt 8 Kernen, deren Taktfrequenz bei maximal 2 GHz liegen und es ist eine 500 GB Festplatte verbaut. Der Arbeitsspeicher ist mit 8 GB (GDDR 5) bemessen, wobei man dies natürlich nicht mit PC-Hardware vergleichen kann. Insgesamt soll die verbaute Hardware für die nächsten Jahre den meisten PCs überlegen sein. Im Vergleich zur Hardware der anderen beiden Next-Gen-Konsolen hat die PlayStation die leistungsstärksten Komponenten verbaut, wobei es wie sooft auf die Architektonik, Zugriffswege und Software ankommt, inwieweit deswegen auch die beste Spielleistung erzeugt werden kann.

Das Kernstück: Der Controller

Was nützt es, wenn man die besten und schönsten Spiele spielen kann, wenn das eigentliche Spielen zur Qual wird, weil der Controller nichts taugt? In der vorherigen Konsolengeneration lag für mich der XBox-Controller eindeutig vorne, aber scheinbar hat Sony sich viele Gedanken über das neue Design und den Funktionsumfang des PS4-Controllers gemacht. Auf den ersten Blick wirkt das Steuergerät zwar merkwürdig lang und die neuen Buttons “Share” und “Option” sind gewöhnungsbedürftig anzuschauen, aber hält man den Controller das erste Mal in der Hand, fällt sofort die ergonomische Form auf. Egal, ob Kinderhände oder Männerpranken: Alle Knöpfe sind gut erreichbar und der Controller hat ein angenehmes Gewicht. Das Steuerkreuz hat wie die restlichen Buttons einen guten Druckpunkt und reagiert schnell und präzise. Die zwei neuen Buttons sind weit genug entfernt, damit man sich nicht unabsichtlich betätigt.

Die blaue Sensorleuchte ist hingegen etwas störend. Man stelle sich nur vor, dass man gerade ein Horrorspiel zockt, der Raum zwar dunkel ist, aber der Controller selbst wirft ein blaues Licht.

Lautstärke
Viele waren von der Lautstärke unangenehm überrascht, wobei der Großteil derer, die das fanden, eine Play Station 3 Slim vorher verwendet haben. Im Vergleich zu dieser ist die neue PlayStation lauter, aber Besitzer einer PS3 Super Slim dürften feststellen, dass die PS4 im Betrieb leiser als diese ist. Wenn man nicht gerade mit ausgeschaltetem Ton spielt, stören die Lüfter – und Prozessorgeräusche auch nicht weiter und somit kann zumindest ich nicht sagen, dass die PlayStation 4 eine laute Konsole ist. Natürlich ist sie etwas lauter als die Wii U, aber im Vergleich zur XBox One empfand ich sie als leiser, wobei das rein subjektiv ist und ich auch einfach eine besonders laute oder leise PS4 getestet haben kann.

Spielangebot

Kommen wir wohl für viele zum Hauptargument für oder gegen eine bestimmte Konsole: Die Launch – und Exklusivtitel.

Zum Release wurden folgende Spiele zum Verkauf angeboten. Die Angabe (DL) steht für Download, also einen Titel, den man nur PlayStation Store kaufen kann.

  • Angry Birds Star Wars
  • Assassin’s Creed IV: Black Flag
  • Battlefield 4
  • Call of Duty: Ghosts
  • Contrast (DL – Bei PS + inklusive)
  • DC Universe Online (DL)
  • Escape Plan Collection (DL)
  • FIFA 14
  • Flower (DL)
  • Injustice: Gods Among Us Ultimate Edition
  • Just Dance
  • Killzone Shadow Fall
  • Knack
  • Lego Marvel Super Heroes
  • Madden NFL 25
  • NBA 2K14
  • NBA LIVE 14
  • Need For Speed Rivals
  • Putty Squad (DL)
  • Sound Shapes (DL)
  • Super Motherload (DL)
  • Trine 2: Complete Story (DL)
  • Resogun (DL – Bei PS + inklusive)
  • Warframe (DL)
  • War Thunder (DL – Kostenlos)
  • Zum Release waren vor allen CoD: Ghost und die Sportspiele (FIFA, NBA, NFL oder auch Need for Speed) interessant. Inzwischen sind weitere Spiele erschienen, von denen zum Beispiel inFamous: Second Son oder Killzone Shadow Fall zum Kaufgrund für die PS4 geeignet wären. Die bald erscheinenden Games Watch Dogs, Batman: Arkham Knight und Destiny erscheinen zwar auch für die XBox One, aber Grafikvergleichen zu Folge sieht beispielsweise Batman auf der PS4 realistischer und besser aus. Wer hingegen DriveClub spielen möchte, muss sich zwangsläufig eine Play Station 4 zulegen.

    Wenn alle neuen Konsolen ins Budget passen und man auch anhand der Controller keine präferiert, könnte ein Vergleich der kommenden Exklusivtitel interessant sein. Auch gibt es bei Spielen, die auf mehreren Plattformen erscheinen, mitunter grafische Unterschiede oder Abweichungen in den Ladezeiten. Hier sollte man subjektiv unterscheiden, was man wirklich bevorzugt.

    Weitere Funktionen

    Natürlich kann man die PlayStation 4 wie das Vorgängermodell nicht nur zum Zocken benutzen, sondern Sony versucht erneut den Spagat zwischen den Entertainmentsegmenten, nur diesmal sind standardmäßig eher Einschränkungen, als Möglichkeiten gegeben. Das Bluray-Laufwerk arbeitet solide und gibt auch nicht ganz einwandfreie Speichermedien wider. Für das abendliche Filmvergnügen kann man Lovefilm, Watchever oder Maxdome verwenden. Mit der sonyeigenem Musikflatrate Music Unlimited kann man ähnlich wie zum Beispiel bei Spotify für einen monatlichen Betrag (derzeit in der Basisversion für rund 5 € im Monat) unbegrenzt Musik hören. Die Auswahl ist dabei sehr groß und wächst ständig. Die bis jetzt genannten Punkte mögen zwar gut klingen, aber das war es auch leider schon. Die Medienwiedergabe von USB-Sticks oder Festplatten ist bis jetzt nicht möglich, könnte aber per Update irgendwann nachgerüstet werden. Durch die nicht gegebene Abwärtskompatibilität können keine PS3-Spiele verwendet werden, aber, wie bei PS2 und 1 Spielen, wird diese Funktion wohl durch den PlayStation Store ersetzt werden. Dort kann man sich wohl später auch PS3 Spiele kostenpflichtig downloaden. Microsoft hat im Vergleich dazu die Nachrüstung der Abwärtskompatibilität per Update vor einigen Tagen angekündigt.

    Preis/Leistung

    Preislich liegt die Sonykonsole zwischen den anderen Konsolen der beiden großen Hersteller, wobei wohl nur die Microsoftkonsole für viele ein Vergleichsprodukt ist. Diese ist durch die standardmäßig mitgelieferte Kamera (Kinect) zwar teurer, aber durch den schleppenden Verkauf fallen derzeit die Preise und eine XBox One gibt es inzwischen für gerade einmal 50 Euro mehr als eine PS4. Sollte man Wert auf Bewegungssteuerung legen, kommt man bei der XBox günstiger weg.
    Ungeachtet der Konkurrenz ist der Preis der PS4 angemessen. Vergleicht man die verbaute Hardware mit der damals topaktuellen der PS3 und deren Preis zum Release, hat Sony dazu gelernt. Die Konsole ist für Käufer durch den Preis sehr attraktiv und man kann am Preis nichts aussetzen. Wesentlich günstiger wird die Konsole wohl aufgrund der nicht abreißenden Beliebtheit wohl sowieso frühstens zum nächsten Weihnachtsgeschäft oder in Verbindung mit Spielen.

    Fazit

    Die Sony PlayStation 4 hört da auf, wo die PS3 aufgehört hat. Eine relativ günstige Konsole mit sehr viel Leistung. Leider sind derzeit vor allen für jüngere Spieler nur wenige Spiele verfügbar. Ältere Zocker kommen mit der Konsole aber in den Genuss von derzeit selbst von High-End-Computern nur schwer übertreffbarer Grafik. Exklusivtitel, die in den nächsten Monaten folgen werden, dürften die Konsole zum Verkaufsschlager machen und wohl auch die Verkaufszahlen der Vorgängerversion in den Schatten stellen. Unentschlossene sollten derzeit aber noch auf echte Must-Haves warten.