Nintendo 2DS – Spielfähiger Türstopper?

27. April 2014 um 19:09 Uhr

“Die hässlichste Konsole, die ich je gesehen habe”
“Was hat sich Nintendo da gedacht?”

So und so ähnlich wurde nach der Markteinführung des Nintendo 2DS geredet und da derzeit die Preise für das Gerät sinken, dürften sich viele die Frage stellen: Lohnt sich für mich der Kauf?
Diese und andere Fragen rund um den N2DS möchte ich euch heute beantworten.

Als der Nintendo 2DS vorgestellt wurde, dachten viele noch, dass es sich beim Design um einen Scherz handelt, aber inzwischen hat die neuste Nintendo-Konsole vielleicht gerade wegen ihres gewöhnungsbedürftigen und außergewöhnlichen Designs viele Käufer überzeugen können. Inzwischen wurden fast 2,5 Millionen Geräte verkauft, aber wo liegen die Vor – und Nachteile? Für wen lohnt sich der Kauf wirklich?

Aussehen

Nintendo 2DS Seitenansicht Zugegeben: Ich dachte, als die ersten Bilder des Nintendo 2DS auftauchten, dass Nintendo mich veräppeln will und empfand diesen Scherz nicht einmal als gelungen, aber inzwischen hat sich die Skepsis gelegt. Über das Aussehen lässt sich streiten. Nicht klappbar, ziemlich groß und damit auch unhandlich? Die fehlende Klappfunktion ist nur beim Transport störend, aber wer tragbare Konsolen sowieso immer in einer Tasche mit sich führt, wird das beim 2DS auch machen und hat nichts zu befürchten. Natürlich passt das Gerät somit nicht in die Hosentasche, aber diese Transportmöglichkeit ist schon beim 3DS XL nicht mehr gegeben gewesen und ist die logische Konsequenz eines großen Displays.

Die Tastenanordnung ist auch gewöhnungsbedürftig, aber gut durchdacht. Die Aktionstasten, das Steuerkreuz und das analoge Slidepad sind mittig links beziehungsweise rechts neben den Bildschirmen. Die Bildschirme an sich, sind eigentlich nur ein großer, weswegen der obere noch unter einer Plastikhaube liegt, damit nur der untere als Touchscreen fungiert. Der Homebutton ist zentriert unter dem unteren Bildschirm und an rechten Seite befindet sich, verdeckt durch eine wenig stabil wirkende Plastikabdeckung, der SD-Karten Slot. Die Einschubmöglichkeit für die Spielmodule befindet sich an der Oberseite. Unten rechts befindet sich zudem ein Schieberegler, der den 2DS in den Ruhemodus versetzt. Der Powerknopf und die beiden Statusleuchten befinden sich auf der Vorderseite unten rechts. Auf der Rückseite befinden sich zwei Kameras, die die Aufnahme von 3D-Bildern ermöglichen.

Hardware

Zusätzlich zu den beiden Kameras auf der Rückseite, die 3D-Bilder aufnehmen können, besitzt der 2DS eine Frontkamera. Oben links befindet sich ein Monolautsprecher. Das Gerät an sich kann aber über Kopfhörer Musik und Spielsound in stereo wiedergeben. Der verbaute Akku ist baugleich zum Akku des 3DS (1300 mAh), hält aber durch den fehlenden 3D-Modus etwas länger durch. Nach spätestens 5,5 Stunden ist bei 3DS-Spielen aber auch hier Schluss und DS-Spiele kann man mit einer Akkuladung höchstens 9 Stunden zocken. Wie beim 3DS ist auch beim 2DS ein Bewegungssensor verbaut, der die Steuerung durch Neigung der Konsole ermöglicht.

Die Hauptfrage: Wie ist das Spielerlebnis? Auflösung, Tasten & Angebot an Spielen

Die Displays beziehungsweise das eine verbaute Display hat eine Auflösung von 400 x 240 Bildpunkten und stellt Spiele für den 3DS im 2D-Modus etwas schärfer und kräftiger dar, als es auf dem Nintendo 3DS der Fall ist. Nintendo DS-Spiele wirken auch besser als auf dem 3DS, wobei wie auf ihm auch ein leichter weißer Schleier zu sehen ist. Insgesamt sehen Spiele aber besser, als auf dem 3DS aus.
Farbabweichungen zwischen den Bildschirmen kann es hier natürlich nicht geben, wie man es sonst von den vorherigen Modellen, mit zwei getrennten Displays kannte.

Was hilft es, wenn die Spiele gut aussehen, aber die Tasten schlechte Druckpunkte aufweisen?
Beim Nintendo 2DS hat das Steuerkreuz keinen genauen Druckpunkt, Eingaben werden aber trotzdem direkt umgesetzt. Das Slidepad ist wirkt etwas träger als das vom 3DS, aber verrichtet trotzdem seinen Dienst sehr gut und die Aktionstasten sind, wie man es von Nintendo kennt, griffig. Die Schultertasten sind hingegen etwas außergewöhnlicher. Wer Angst hat, dass kleine Kinderhände diese nicht erreichen, da man davon ausgehen könnte, dass man sie oberhalb vom Gerät drücken muss, kann sich diese Sorge sparen. Die Tasten werden seitlich am Gerät gedrückt. Hat man größere Hände, liegt die Konsole aber etwas kantig und unbequem in der Hand. Abgerundete Ecken, wie man sie vom 3DS kennt, hätten dieses Problem umgangen.

Auf dem 2DS kann man alle bisher erschienen DS und 3DS-Games spielen und damit ist das Angebot an Spielen sehr groß. Da sich sowohl der 3DS als auch der 2DS großer Beliebtheit erfreuen, dürften auch in den nächsten Jahren genügend Spiele für die Konsolen erscheinen. Anmerken muss ich aber, dass vor allen für ältere Spieler etwas eingeschränkter ist, aber mit Resident Evil, Metal Gear Solid oder Castlevania bietet das Angebot eine zwar begrenzte, aber gute Auswahl.

Lieferumfang
Nintendo 2DS
Den Fehler, wie beim 3DS, kein Netzteil beizulegen, hat Nintendo beim 2DS nicht noch einmal gemacht. Außerdem erhält man eine 4GB SD-Karte und kann somit direkt loslegen. Das obligatorische Buch, was die Bedienungsanleitung darstellt, darf natürlich auch nicht fehlen. Der Nintendo 2DS ist zudem mit interessanten Spielen im Bundle verfügbar. Derzeit dürften die Sets mit Animal Crossing, Pokemon X beziehungsweise Y oder Mario Kart am interessantesten sein.

Fazit

Bedenkenlose KaufempfehlungWer auf den 3D-Effekt verzichten oder diesen gar nicht wahrnehmen kann und sich am Design nicht stört, kann getrost zum 2DS greifen. Preislich wird er immer attraktiver und das Spieleangebot wächst stetig. Vor dem Kauf sollte man aber unbedingt einmal “Hand anlegen” und das Gerät testen. Nicht für jeden dürfte das große dünn wirkende Format etwas sein. Für den Hausgebrauch ist das Gerät empfehlenswert, aber wer oft unterwegs ist, wird wohl durch die fehlenden Klappfunktion sein Gerät gefährdet sehen und eher zum 3DS (XL) greifen.