inFamous: Second Son

17. April 2014 um 12:00 Uhr

Der Exklusivtitel und für viele der Hauptkaufgrund der PlayStation 4, inFamous: Second Son, steht seit einigen Tagen in den Läden. Die Verkaufszahlen sprechen eigentlich für sich, aber vielleicht denkt sich der eine oder andere mögliche Käufer ja auch: Womöglich sind die anderen Käufe nur aufgrund von fehlenden Alternativen zustande gekommen? Zugegebenermaßen sind derzeit nicht viele exklusive und grafisch ansprechende Spiele für die PlayStation 4 verfügbar, aber inFamous: Second Son sollte so oder so jeder kaufen, der actiongeladene Grafikpracht bevorzugt. Wer das Spiel noch käuflich erwerben sollte und warum, erfahrt ihr im nachfolgenden Test.


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Mit inFamous: Second Son entwickelten die Jungs und Mädels von Suckar Punch den voll derzeitig am häufigsten genannten Kaufgrund für die PS4. Der Exklusivtitel ist der direkte Nachfolger der 2009 beziehungsweise 2011 erschienen Teil inFamous und inFamous 2, wobei man “Second Son” auch ohne Kenntnisse der Vorgänger spielen kann.

Story
Im Vergleich zu den Vorgänger spielt man im neusten inFamous-Teil nicht Cole McGrath, sondern Delsin Rowe. Delsin hat indianische Wurzeln und bereitet seinem Bruder Reggie nicht selten Probleme. Während Reggie Gesetzeshüter bei der Polizei ist, lebt Delsin lieber seine jugendliche rebellische Seite aus und verschönert zum Beispiel mit Graffitis Häuserwände. Durch eine schicksalhafte Begegnung mit einen Strafgefangenen, übertragen sich dessen Kräfte auf Delsin und von da an hat er übernatürliche Kräfte. Da “Conduits”, welche von der Regierung als Bioterroristen angesehen werden, Feindbilder sind, beginnt für Delsin und seinen Bruder ein Kampf gegen Spezialeinheiten der Regierung, welche von der skrupellosen und selbst über Kräfte verfügenden Brooke Augustine angeführt werden. Delsin trägt aber auch seinen eigenen Kampf aus, welcher schon in den Vorgängern thematisiert wurde. An vielen Stellen des Spiels kann man selbst entscheiden, ob man “gut” oder “böse” handelt und durch diese Entscheidungen wird unter anderen entschieden welche Kräfte man bekommt oder wie Passanten auf einen reagieren. Leider bieten die Story – und Nebenmissionen wenig Abwechslung. Bis auf einige Ausnahmen ist es immer das gleiche Muster: Geh’ zu Punkt A und zerstör’ B, sammle C und geh’ zu D. Trotz der offenen Spielwelt kann hier die erzählte Geschichte nicht mithalten und somit liegt es am Spieler selbst möglichst abwechslungsreich die Neben – und Hauptmissionen zu kombinieren. An vielen Stellen erinnerte mich deswegen inFamous an den letzten Saints Row Teil, der zwar auch witzig und umfangreich war, aber mitunter auch anstrengend und langatmig wirkte. Um nicht zu viel zu Spoilern, war es das aber schon mit der Story und wir gehen zur Einschätzung der Grafik über.

Grafik
InFamous: Second Son setzt neue Maßstäbe, was die grafische Umsetzung angeht. Auf Konsolen nie dagewesene Wasser – und Lichteffekte begeistern das Auge und die stets lebendig wirkende Metropole Seattle wurde sehr gut in Szene gesetzt. Merkwürdig ist es hingegen, dass unser Hauptcharakter keinen Schatten wirft. Ob die Umsetzung aus Zeitgründen ausgelassen wurde, ist fraglich. Inzwischen sieht man in jedem B-Titel gute Schattenmodelle, aber beim Triple-A-Titel nicht? Für die Atmosphäre sind die fehlenden Schatten nicht dienlich.
Wenn man mit Delsin über die Häuserdächer schwebt, kam es zu keiner Zeit zu irgendwelchen Frameeinbrüchen oder Pop-ups. Leider sehen Klettereinlagen, wie man sie aus Ubisoftspielen kennt, sehr ungelenkt und unnatürlich aus. An diesen Stellen merkt man, dass darauf kein Wert gelegt wurde und sich der Spieler eher auf die Superkräfte, als auf Kletterfähigkeiten konzentrieren sollte. Die Kampfanimationen sind zwar schön anzusehen, aber nach relativ kurzer Zeit hat man sich daran leider auch sattgesehen.
Nimmt man sich aber mal 2 Minuten Zeit und betrachtet von einen höher gelegenen Punkt die Stadt, so kann man fast nicht genug davon bekommen. Wundervoll inszenierte Bauten und lebendige Naturerscheinungen zeigen, auf was man sich in Zukunft auf der PlayStation 4 freuen kann.

Steuerung
Die Tastenbelegung ist gut gewählt und der Einsatz des Touchpads erfolgt nie zufällig oder störend. Aktionen, die mit dem Touchpad ausgeführt werden, sind kein reines aufgesetztes Gimmick, sondern clever eingebunden. Während eines Kampfs kann man schnell zwischen den Kräften wechseln und von Angriff auf Defensive wechseln. Man hat zwar viele Möglichkeiten, aber der Controller wirkt nicht überladen und man fühlt sich nicht überfordert, von den gegebenen Mitteln.

Fazit

Mit inFamous: Second Son bietet die Sonykonsole einen grafisch beeindruckenden Titel, der auch spielerisch zu überzeugen weiß. Leider muss der Spieler selbst für die nötige Abwechslung sorgen, aber durch die massig gegebenen Kräfte, Missionen und Schauplätze sollte dies kein Problem darstellen. Durch das ständige Verbessern des Charakters und den sammelbaren Gegenständen ist man abseits der Missionen motiviert. Grafisch anspruchsvolle Spieler, die schon die Vorgänger mochten, weiß das Spiel zu überzeugen. Genreneulinge kommen schnell zurecht und auch gut unterhalten. Die erzählte Geschichte ist zwar leicht vorhersehbar, aber nicht jedes Spiel muss wie ein “The Walking Dead” mit Wendungen um sich werfen. Insgesamt ist inFamous: Second Son der derzeitig stärkste Nextgen-Titel und für PlayStation4-Besitzer ein Pflichtkauf.