Die Sims 4 – Kultspiel im neuen Gewand oder eine echte Revolution?

4. September 2014 um 8:23 Uhr

Sul sul und herzlich Willkommen beim Testbericht zum neusten Ableger der meistverkauften Computerspielreihe aller Zeiten: Die Sims 4.
Pünktlich um 0 Uhr ging es für alle deutschen Simsbegeisterten mit Häuserbauen und Gefühlschaos stiften los, aber wie spielt sich der neuste Ableger und rechtfertigen die neuen Möglichkeiten die fehlenden Objekte? Erfahrt es im Test.

Groß war der Aufschrei in der Fangemeinde, als EA bekannt gab, dass Fans der Lebenssimulation „Die Sims“ auf einige altbekannte Objekte verzichten müssen. Nicht wenige vermuten hinter den Fehlen von Pools und Co nur die Möglichkeit diese Gegenstände später als DLC nachreichen zu können und damit den Gewinn zu maximieren. Die Frage ist aber: Merkt man das Fehlen und bekommt man dafür nicht auch einige neue Features? Ist der Umfang, den man für immerhin rund 50 Euro erwirbt, angemessen?

Umfang

Auf diversen Seiten findet man ellenlange Listen mit fehlenden Funktionen und in der Tat fehlen einige Gegenstände, Objekte und dergleichen, die man aus früheren Versionen kennt. Neben Pools, Terraintools und Fahrrädern fehlt auch die Funktion der veränderbaren Kleidungsstücke. Früher konnte man detailgetreu seine Lieblingsstücke nachstellen, aber jetzt stehen nur noch wenige auswählbare Farbvarianten zur Verfügung. Dafür hat sich das Bausystem stark verändert. Man kann jetzt Raum für Raum erstellen und auch nachträglich an eine andere Stelle verschieben. Des Weiteren ist es möglich, auch noch hinterher ein Fundament zu setzen und das Dach kann man jetzt individuell setzen und anpassen. Insgesamt sind zwar einige und für viele wichtige Funktionen gestrichen wurden, aber allein das neue Bausystem entschädigt für vieles.

Weiterhin liegt der Fokus, neben dem Bausystem, auf Emotionen. Neben den bekannten Bedürfnissen, wie Hunger oder Hygiene, werden bis zu drei Emotionen separat angezeigt, die eigene Handlungswünsche beinhalten. Dieses neue Feature belebt merklich das Spielgeschehen und macht „Sims 4“ noch echter. Bekommt ein Sim beispielsweise eine Absage vom Schwarm, dann wünscht sich dieser realitätsnah ein Versteck unter der Bettdecke. Die Emotionen beruhen direkt auf den Geschehnissen und die darauf aufbauenden Wünsche sind eng mit ihnen verknüpft.
Außerdem sind die Sims (und zwar nicht nur die weiblichen ^^) nun auch endlich multitaskingfähig, was die Bedürfnisbefriedigung erheblich erleichtert. Während des Fernsehens kann der Hunger auf dem Sofa gestillt werden oder beim Sporttreiben werden durch Gespräche Freundschaften aufgebaut. Dieses Feature macht das Spiel nicht nur realistischer, sondern erleichtert das Zeitmanagement.

Insgesamt wirkt das Spiel trotz der fehlenden Inhalt angenehm umfangreich. Man wird nicht mit Objekten überschüttet, aber auf der Suche nach passenden Gegenständen für das erste Haus kann es schon einige Minuten dauern, bis man zum Beispiel das passende Fenster gefunden hat.
Hat man dies aber gefunden, so steht eine weitere Entscheidung an: Auf welche Höhe hätte man das Fenster denn gerne?

Gameplay

Der Hausbau war für viele Simsfans ein wichtiger Bestandteil des Spiels und auch im neusten Teil der Serie macht dieser Spielabschnitt enorm viel Spaß. Konnte man früher nur zwischen den eigentlichen Objekten wählen, kann man jetzt beispielsweise bei Fenstern und Bildern die genaue Höhe zur Anbringung festlegen. Dies ermöglicht eine noch kreativere Erbauung und Gestaltung von Häusern. Das Erstellen von Sims hat sich auch verändert und Interessierte konnten schon seit einigen Wochen sich im kostenlos verfügbaren CAS (Create a Sim) austoben. Die aus Sims 3 bekannten Schieberegel mussten weichen und wurden durch interaktiv anwählbare Abschnitte ersetzt. Will man seinen Sim einen größeren Bauch verpassen, so kann man diesen einfach durch Anklicken und Ziehen verändern. Damit sind sehr genaue Anpassungen möglich und im Internet kursieren schon exzellente Nachbildungen von mehr oder weniger bekannten Personen.

Tollpatchige Sims sorgen immer wieder für einige Lacher.

Tollpatchige Sims sorgen immer wieder für einige Lacher.


Der Aufbau des Menüs hat sich auch verändert und Veteranen müssen sich erst einmal umgewöhnen, aber Neulinge werden sich sehr schnell zurecht finden. Leider muss man die Übersicht über die Bedürfnisse immer wieder aktiv auswählen und kann sie sich nicht ständig anzeigen lassen. Das Menü ist insgesamt aufgeräumter und die Steuerung hat ein paar Feinschliffe bekommen. Wer sich beispielsweise aber mit der neuen Kamera nicht anfreunden kann, kann per Knopfdruck auf die Kameraführung aus Sims 3 umschalten.


Am Spielprinzip hat sich nichts getan. Hat man erst einmal seinen Haushalt und das Haus erstellt beziehungsweise ist in ein vorgefertigtes eingezogen, geht es an die Gestaltung des Lebens des virtuellen Schützlings. Die Jobsuche ist dabei abhängig vom Lebenswunsch schnell erledigt und in der Freizeit sollte man sich um den Aufbau von Freundschaften und dem Hochleveln von Fähigkeiten kümmern. Möchte man einen durchtrainierten Frauenheld, sollte man seinen Sim auch auf das Laufband schicken. Hätte man lieber einen romantischen Musiker muss man erst einmal Geld in eine Gitarre investieren und üben, üben und noch einmal üben. Das echte Leben wird besser denn je in Sims 4 nachgestellt und man kann sich stundenlang in dieser virtuellen Welt verlieren.

Story

Für fast jedes Spiel ist die Story ein entscheidendes Kriterium über Top oder Flopp, aber bei „Die Sims 4“ ist dies anders: Bei der Lebenssimulation gestaltet der Spieler die Story selbst. Schon wenn man seinen Sim im Editor (CAS = Create a Sim) erstellt, nimmt man Einfluss auf spätere Geschehnisse. Gibt man dem Sim die Eigenschaft „tollpatschig“, so sind kleinere und manchmal auch größere Missgeschicke vorprogrammiert und ein Vielfrass durchwühlt auch schon einmal den Müll nach Essbaren. Wer wenig Lust hat dem Sim ständig per Mausklick zu befehlen die Teller abzuwaschen, sollte zudem einen ordentlichen Sim erstellen. Viele Spieler schreiben ganze Geschichten und spielen diese im Spiel nach, andere verwirklichen sich hingegen selbst und erstellen sich neben einen eigenen Ebenbild, noch gleich den Traumpartner und perfekte Kinder. Ohne ein gewisses Maß an Kreativität und der nötigen Zeit bietet „Die Sims 4“ aber wenig spielerischen Inhalt.

Grafik

Die Grafik wirkt auf den ersten Blick wenig verändert und doch fällt sofort der Comiclook auf, der fast schon an Disneyfiguren erinnert. Hat sich die grafische Darstellung seit Sims 1 immer weiter zu einer realistischen Abbildung entwickelt, wirkt sie bei Sims 4 wieder etwas unrealistischer, aber nicht weniger ansprechend. Die Objekte sind gut gestaltet und die Schattenwürfe sind authentisch.

Sound

Die für die Reihe typischen Soundeffekte und Musikstücke sind auch im neusten Ableger wieder enthalten und versprühen direkt den geliebten Charme. Fröhliche Musik im Baumodus lockern auf und bereiten gute Laune, während bei negativen Ereignissen auch die Musik dieses Geschehnis transportiert. Insgesamt ist der Sound aber nicht herausragend. Kein prachtvoller Soundtrack und auch keine raumumfassende Wirkung, aber dies war bei „Die Sims“ noch nie ein anscheinend gewünschtes Element. Dafür sind die auf simlish gesungenen Lieder im Radio in sich stimmig und wieder echte Ohrwürmer. Hier macht sich die eingebrachte Mühe der Entwickler bemerkbar.

Fazit

Für Fans: JA & alle anderen: Naja

Für Fans ein Pflichtkauf und für Genrefreunde nicht verkehrt. Für den Rest eher ungeeignet.

Fans werden ohnehin zuschlagen, aber auch Neulinge der Serie können mit Sims 4 viele schöne Spielstunden verbringen. Man muss sich aber auf das Spiel einlassen. Ewig wirkende Charaktererstellung führen zwar zu erstaunlichen Ergebnissen, aber auch nach ein paar Klicks kann man mit selbsterstellten Figuren sein eigenes Leben nachstellen oder Träume verwirklichen.

Insgesamt ist das Spiel keine Weiterentwicklung von Altbekannten, sondern eine kleine Revolution. Die neuen Spielelemente sind geschickt integriert und nicht zuletzt durch die Emotionen wirkt das Spielerlebnis frischer und neu.
Weiterhin ist das Spiel auch für Besitzer von nicht mehr ganz aktuellen Systemen interessant. War Sims 3 noch ein echter Ressourcenfresser, kann man Sims 4 auch mit einen etwas älteren Computer oder Laptop problemlos spielen.
Die minimalen Systemanforderungen sind laut EA folgende:

CPU Dual-Core mit 1,8 GHz
Arbeitsspeicher 2 GB
Grafikkarte 128 mb mit Unterstützung von Pixel Shader 3.0
Festplatte 9 GB für die Installation und 1 GB für Speicherstände und Co.



Für die Installation an sich wird eine Internetverbindung benötigt, aber später kann auch ohne Internet gespielt werden. Hier hat EA aus der Katastrophe rund um den Onlinezwang von Simcity wohl dazugelernt. Die Lebenssimulation “Die Sims” bekam mit ihrem vierten Ableger aber nicht nur ein neues Aussehen und Emotionen spendiert, sondern das Spielgefühl insgesamt hat sich verändert. Hatte man die frühere Bedienung im Blut, muss man sich zunächst zwar umstellen, aber diese Umstellung lohnt sich. Hat man sich an alles gewöhnt, geht alles flüssig von der Hand und die neuen Möglichkeiten bieten Spielspaß für mehrere Wochen. Spieler, die noch nie etwas für die Sims übrig hatten, wird der neuste Teil aber auch nicht begeistern. Die vielen Veränderungen sind zwar für Fans ein Leckerbissen, aber wer mit Lebenssimulationen ohnehin nichts anfangen kann, kann auch auf Sims 4 getrost verzichten.

Gewinnspiel

Zum Release von “Die Sims 4″ verlosen wir ein Exemplar des Spiels in der Limited Edition, sowie einmal 5000 und einmal 1000 Simpoints . Um einen dieser Preise zu gewinnen, müsst ihr uns einfach in den Kommentaren verraten, was euch an “Die Sims” begeistert, was euch eher nicht gefällt oder was ihr schon immer über die Sims loswerden wolltet.
Alle Kommentare, die bis Sonntag, den 14.09.2014 um 20.00 Uhr eingehen, nehmen automatisch teil. Die Gewinner werden im Anschluss direkt ausgelost und per Mail benachrichtigt.

Wir wünschen euch viel Glück.

Teilnahmebedingungen: Berechtigt zur Teilnahme sind nur natürliche Personen und die mehrfache Teilnahme ist untersagt und führt zum sofortigen Ausschluss. Veranstalter dieses Gewinnspiels ist testelmechtel.de und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.