7 Days to die – Minecraft trifft DayZ

24. September 2014 um 12:27 Uhr

Das Prinzip Early Access haben wir euch schon einmal vorgestellt und auch die Risiken benannt: Was ist, wenn die Entwicklung einfach eingestellt wird? Nicht jedes Spiel erhält so regelmäßig Updates wie The Forest, aber ein weiteres Early Access Spiel, welches inzwischen schon ein gutes Jahr auf dem Markt ist, möchten wir euch heute vorstellen: 7 Days to die.

Das Survival-Sandbox-Crafting-Zombie-Spiel “7 Days to die” ist inzwischen seit einem guten Jahr auf Steam als Early Access verfügbar und seit der ersten käuflich erwerbbaren Alpha-Version hat sich einiges getan. Für derzeit 23 Euro kann man das von The Fun Pimps entwickelte Spiel in der Alpha 9.3 bekommen. Das Open World Spiel wird kontinuierlich verbessert und erweitert und an die Wünsche der Spieler angepasst. Smooth terrain, airdrops, Bienen und neue Craftingrezepte sind nur einige der Features, die nach und nach hinzugefügt wurden.

Story & Gameplay

Zu Beginn des Spiels kann man sich seinen Charakteren wählen und startet irgendwo in einer zufallsgenerierten Welt. Die random maps wurden erst mit dem neusten Update integriert und erhöhen ungemein den Schwierigkeitsgrad des Überlebensspiels. Von Beginn an gilt es Ressourcen zu finden und abzubauen und sich ein Haus zum Verbarrikadieren zu suchen oder eine sichere Basis aufzubauen. Dabei sollte man die Tage zum Erkunden und Aufbauen nutzen und die Nächte zum Craften.

Was passiert am siebten Tag?

Sind die Zombies am Tag noch eher lästig, werden sie in der Nacht zur tödlichen Gefahr. Wesentlich flinker und in Horden auftauchend sollten man die Untoten zu dieser Tageszeit eher meiden und sich ein sicheres Versteck suchen. Sicher ist man in einer einfachen Holzkonstruktion aber nur bedingt: Die Zombies können Wände und Türen einschlagen. Spider-Zombies können sogar klettern, weswegen man Außenwände separat sichern sollte. Neben dieser Zombieart gibt es aber auch noch Spucker, die, wie der Name schon vermuten lässt, Gift spucken und als wären die Zombies nicht schon gefährlich genug, lauern noch Hunde und Bienen in bestimmten Gebieten. Aber auch Abseits von diesen hat das Spiel einiges zu bieten. Man kann Hirsche oder Schweine jagen, alles looten und mit Hilfe von Büchern neue Craftingrezepte lernen. Derzeit noch ohne wirklichen Nutzen, aber schon als nettes Gimmick integriert sind Hüte und andere Accessoires.

Crafting 7 days to die

Das Craftingmenü ist vollgepackt, aber durch die Suchfunktion trotzdem übersichtlich.

Habt ihr euch eine sichere Festung errichtet, könntet ihr euch daran machen Getreide und andere Pflanzen anzupflanzen und damit eure Nahrungsgrundlage zu sichern. Im Spielverlauf lernt ihr immer weitere Rezepte und könnt euch besser gegen die Zombies verteidigen. Dies ist auch nötig, da ihr zwar im Kampf gegen normale Zombies eher keine Probleme haben werdet, aber steckt ihr euch mit dem Virus an, welcher durch diese übertragen wird, sterbt ihr nach sieben Tagen. Gegen die Infektion solltet ihr Antibiotika immer vorrätig haben oder zumindest eine Schlafmöglichkeit besitzen. Sterbt ihr, könnt ihr zwar respawnen, verliert aber alles, was ihr im Gürtel bei euch getragen habt. Die übrigen Dinge, die ihr im Inventar dabei hattet, sind aber sicher. Nach sieben Tagen wird zudem der Loot zurückgesetzt und ihr könnt bereits erforschte Gebiete erneut für eine Streiftour besuchen. Insgesamt geht es im Spiel darum möglichst lange zu überleben. Ein Counter zählt zudem, wie viele Zombies ihr getötet habt und wie oft ihr gestorben seid. Dieses Feature schafft einen weiteren Anreiz und spornt im Multiplayer mit oder gegen andere weiter an. Durch das Abbauen und Aufbauen ähnelt 7 Days to die sehr Minecraft und anderen Sandbox-Spielen, aber sieht wesentlich ansprechender beziehungsweise realistischer aus.

Grafik
Je nach gewählten Einstellungen sieht 7D2D gut bis hervorragend aus, kann dadurch aber auch zum Ressourcenfresser werden. Wer keinen High-End-Computer sein Eigen nennt, wird mit in der Ferne aufpoppenden Bäumen und Gebäuden leben müssen, aber eine merkliche Einschränkung des spielerischen Aspekts ist nicht erkennbar. Für ein Spiel, was Anfangs über Kickstarter finanziert wurde, kann die Grafik durchaus mit hochpreisigen Titeln mithalten. Lediglich das Charakterdesign im Allgemeinen und vor allem bei den spielbaren Charakteren könnte besser sein, aber das ist schon meckern auf hohem Niveau.

Sound

Beim Thema Sounds ist 7D2D auch eine Ausnahme. Viele, auch Triple A, Titel protzen nicht wirklich mit unterschiedlichen Schreien von Zombies oder realistischen Abbaugeräuschen. Die Zombies im Survivalgame haben unterschiedliche spezifische Schreie und auch die verschiedenen Gesteine kann man am Sound unterscheiden. Man muss aber auch zugeben, dass die Soundkulisse insgesamt etwas dürftig ist. Man hört zwar die Schreie der Zombies, aber sie sind weder besonders furchteinflößend, noch sind zum Beispiel Halleffekte eingebaut. Für viele ist das sicherlich verschmerzbar, aber schaden würden bessere Soundeffekte auch nicht.

Fazit

Mit 7 Days to die haben The Fun Pimps einen echten Leckerbissen entwickelt und man kann gespannt sein, was noch alles in den weiteren Alphaversionen hinzukommt. Aufgrund der andauernden großen Beliebtheit dürfte ein Schicksal wie bei DayZ oder Rust ausgeschlossen sein. Wer auf Sandboxspiele mit Zombies steht, sollte sich 7 Days to die einmal genauer anschauen. Das Spiel kann man zwar auch im Singleplayer gut spielen, aber seine Stärken spielt es vor allem im Multiplayer mit Freunden voll aus. Da die Entwickler großen Wert auf Mitbestimmung legen, kann man hier wirklich nicht nur irgendein Spiel zocken, sondern auch mitgestalten und verbessern. Man sollte aber bedenken, dass das Spiel ein erwachsenes Publikum anspricht, aber diese dürften ihren Spaß haben.